VS-pCoq ZSS

VS-pCoq als Zählstellenserver

Automatisierte Statistik und Qualitätskontrolle

Der Zählstellenserver berechnet automatisiert Statistiken und verwandelt sie in Formulare. Er arbeitet nachts, so dass die Formulare zu Arbeitsbeginn zur Verfügung stehen. Nebst statistischen Formularen kann er auch Formulare mit Auswertungen der Verkehrs- und Regelqualität erzeugen. Auf die Formulare kann über das Dateisystem zugegriffen werden oder über ein Dokument-Management-System.

Prozessschritte

  • Er berechnet statistische Daten in Intervallen:
    • Als Basis dienen Zähldaten aus Detektoren.
    • Er kann sie gewichten und korrigieren.
    • Zusätzlich macht er Qualitäts-Auswertungen
  • Er plausibilisiert die statistischen Daten. Dazu gibt es Regeln und Referenzganglinien
  • Er ersetzt unplausible Daten. Damit liegen für jedes Intervall immer Daten vor.
  • Er berechnet automatisch Tages-, Wochen-, Monats- und Jahresstatistiken. Für alle Werte wird ein Plausibilitäts-Wert errechnet.
  • Er erzeugt aus den Resultaten automatisch Formulare. Als Basis dienen Excel-Vorlagen, als Resultat werden PDFs erzeugt.
  • Er verwaltet die erzeugten Formulare. So findet man schnell die gewünschte Auswertung zum gesuchten Zeitpunkt.
  • Er archiviert neben den Formularen auch die Rohdaten.

Erzeugte Formulare

Im Grunde können beliebige Formulare erzeugt werden. Als Beispiel sind hier die Formulare für Zählstellen aufgeführt:

  • pro Tag:
    • Tagesgang der Stundenwerte und
    • der durchschnittlichen Stundenwerte
  • pro Woche:
    • Wochengang der Stundenwerte und
    • des durchschnittlichen Tagesverkehrs
  • pro Monat:
    • Monatsgang des Tagesverkehrs
  • pro Jahr:
    • Jahresgang des monatlichen durchschnittlichen Tagesverkehrs

Merkmale

Es kommen verschiedene Datenquellen in Frage:

  • Rohdaten gemäß OCIT-I PD
  • Bereits verdichtete Daten, z.B. gemäß TLS
  • Andere Formate, wie das Import-Format des Schweizerischen Bundesamts für Strassen (AST-RA) oder ein VPX-Archiv

In einem ersten Schritt werden statistische Werte für kurze Intervalle berechnet. Typischerweise sind sie 3 Minuten lang.

Dann werden statistische Werte für lange Intervalle berechnet. Typischerweise sind sie 1 Stunde lang. Während der Berechnung werden sie anhand der kurzen Intervalle plausibilisiert. Es können jederzeit auch statistische Werte anderer Intervalllängen erzeugt und auch in Export-Formaten abgelegt werden. Solche Dateien in Export-Formaten können anderen statistischen Applikationen automatisiert zur Verfügung stehen.

Es gibt Plausibilisierungen, welche direkt auf den Detektorwerten basieren, und Plausibilisierungen, welche auf Zählstellen-Zählwerten basieren, also auf bereits aggregierten Werten. Für jede Stunde entsteht somit ein Zählwert, der

  • bei plausiblen Daten echt gemessen ist,
  • bei suspekten Daten mit den umgebenden Zählwerten abgeglichen worden ist und
  • bei unplausiblen Daten einem abgeglichenen Referenzwert entspricht.

Es entsteht also für jede Stunde ein Zählwert mit Qualitätsangaben.

Plausibilisierungen

Nullwert-Plausibilitätsprüfung

Es wird geprüft, ob Nullwerte (kein Verkehr während eines kurzen Intervalls) erlaubt sind. Mit tagesabhängigen Ganglinien können pro Stunde folgende Grenzen vorgegeben werden:

  • eine maximale Anzahl aufeinander folgender Nullwerte,
  • eine absolute Anzahl Nullwerte. 

Maximum-Plausibilitätsprüfung

Sie geschieht auch anhand von tagesabhängigen Ganglinien mit Referenzwerten pro Stunde:

  • Kurzfristig: es wird geprüft, ob die kurzen Intervallwerte den physikalischen Maximalwert (von z.B. 1'800 Mfz/h) nicht überschreiten.
  • Langfristig: es wird geprüft, ob die langen Intervallwerte das verkehrstechnische Maximum (von z.B. 1'200 Mfz/h) nicht überschreiten. 

Perzentil-Gürtel-Plausibilitätsprüfung

Perzentilwerte sind ein Maß für die Streuung der kurzen Intervallwerte bei der Bildung der langen Intervallwerte. Der 90%-Perzentilwert sagt beispielsweise aus, unterhalb welchem Wert 90% der kurzen Intervallwerte liegen. Dabei spielt es keine Rolle, wie groß die Werte der restlichen 10% sind.

Jeder Stunden-Zählwert wird mit der Häufigkeitsverteilung der Perzentil-Referenzganglinie verglichen und einer Perzentilklasse zugeordnet. Über- oder unterschreitet er die zugewiesene Perzentilklasse um einen gegebenen Prozentsatz, wird er als suspekt oder gar als unplausibel eingestuft.

Begriff der Zählstelle

Zählstellen werden aus einzelnen Detektoren zusammengesetzt. Die Detektoren müssen aber physisch nicht dort liegen, wo die Zählstelle logisch liegt. Das ermöglicht es, ohne den Bau weiterer Detektoren den Verkehr dort zu zählen, wo man ihn zählen will:

Die Zählstelle A1 besteht aus einem einzigen Detektor, welcher in der Wegfahrt liegt.

Die Zählstellen A2, B1 und C1 bestehen beide aus je zwei Detektoren, welche in den jeweiligen Fahrstreifen der Zufahrten liegen, hier an der Haltelinie.

Die Zählstelle B2 gibt es physisch nicht. Der Verkehr, welche sie zählt, setzt sich zusammen aus den Rechtsabbiegern von C1 und dem Geradeaus-Anteil von A2. Dieser Geradeaus-Anteil von A2 setzt sich zusammen aus den Zählwerten des linken Fahrstreifens und einem zu bestimmenden, tageszeitabhängigen Anteil der geradeaus fahrenden Fahrzeuge, welche vom Detektor auf dem rechten Fahrstreifen gezählt werden.

Produktblatt

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VS-pCoq Zählstellenserver  [PDF, 311 KB]