VS-PLUS Parametrierung

Einführung

Die Parameterbeschreibung stützt sich auf die Versorgungsoberfläche der VS-WorkSuite ab. Das heisst, die Parameter sind entsprechend den dortigen Registern und Formularen gegliedert.
Die vorliegende Hilfefunktion beschreibt die Funktionsweise von VS-PLUS anhand der folgenden Register:

Register: Topologie

Register: VS-PLUS - Parameter

Register: VS-PLUS - FreeStyle

  • Freestyle Parameter
  • VS-FreeStyle

Allgemeine Knotendaten

Das Register "Allgemeines" besteht aus einem einzigen Formular, den Knotendaten:

Knoten Kurzname

Name des Knotenpunktes. Dieser Name erscheint in den Anwahlmenus der VS-WorkSuite.

Knoten Langname

Name des Knotenpunktes. Dieser Name erscheint in den Anwahlmenus der VS-WorkSuite.

Steuergerätetyp

Der Gerätetyp wird gemäss der Bezeichnung des Herstellers bestimmt. Der Gerätetyp kann nicht verändert werden. Er erscheint im Werteeditor nur zusammen mit der VS-PLUS Versionsbezeichnung

Hinweise:

Dies sind keine VS-PLUS Parameter. Sie werden nur für die VS-WorkSuite verwendet. "Steuergerätetyp" und "VS-PLUS Versionsbezeichnung" werden in der WorkSuite verwendet für die versionsabhängige Überprüfung der Parameter (erlaubte Eigenschaften, erlaubte Werte).

Topologie

Im Register "Topologie" werden die folgenden Parametergruppen behandelt:

  • Anzeigeelemente
  • Verkehrsströme
  • Detektoren
  • Prioritätselemente

Anzeigeelemente

Eigenschaften:

ID Nr. ID Nummer
ANZE_Typ Typ des Anzeigeelements
ANZE_SG Signalgruppe zu Anzeigeelement
ANZE_Kan Kanalnummer zu Anzeigeelement
ANZE_Master Masteranzeigeelement Blinker
ANZE_Opt Rotoptimierung

VS-PLUS arbeitet mit der verkehrstechnischen Einheit Verkehrsstrom (VS). Jedem Verkehrsstrom muss mindestens ein Anzeigeelement (ANZE) zugeordnet werden.

Ausgenommen sind sogenannte "Pseudo-Verkehrsströme", die nur einen Ein-und Aus-Zustand und keine zeitlichen Verknüpfungen mit anderen Anzeigeelementen aufweisen müssen.

Weitere UN-, UND- oder ODER-bedingte Anzeigeelemente können zugeordnet werden. Dabei gilt der Begriff Anzeigeelement als Sammelbegriff für alle möglichen Arten von Signalen (regeltechnisches Stellglied), wie zum Beispiel Signalgruppen, Warnblinker etc.

Ein Anzeigeelement wird somit definiert durch eine eindeutige Nummer, eine Kanalnummer und den Typ des Signals. Alle Eigenschaften müssen zwingend zugeordnet werden.
Im Weiteren können Eigenschaften definiert werden, welche das Verhalten des Anzeigeelementes im Phasenübergang bestimmen (die Rotoptimierung) sowie bei Blinkern das Masteranzeigeelement.

Die folgende Darstellung zeigt die Hierarchie der Elemente, wie sie in VS-PLUS verwendet werden.

ID Nummer zu Anzeigeelement

Zur Identifikation muss jedem Anzeigeelement eine eindeutige Nummer zugeordnet werden. Jedem definierten Anzeigeelement muss zwingend die Eigenschaften, der Typ und die Kanalnummer zugeordnet werden.

Signalgruppe zu Anzeigeelement

Jedem Anzeigeelement muss ein Signal (regeltechnisches Stellglied), wie zum Beispiel Signalgruppen, Warnblinker etc. zugeordnet werden. In der VS-WorkSuite erfolgt diese Zuordnung mit einer Beziehung (Relation) zu den im Register: Steuergeräte > Topologie > Signalgruppen für den vorliegenden Knotenpunkt definierten Signale. D.h. die zugeordnete Signalgruppe kann aus der vorhandenen Liste ausgewählt werden. Die zugehörige Kanalnummer wird dann automatisch angezeigt.

Rotoptimierung

Bei der Berechnung des Phasenüberganges wird das Anzeigeelement mit Optimierung in der Rotoptimierung optimal berücksichtigt. Das heisst, diese Anzeigeelemente bekommen im Phasenübergang so viel Grün wie aufgrund der Zwischen- und Versatzzeiten möglich.

Dagegen wird bei sofort AUS nicht optimiert. Dies bedeutet, dass die Anzeigeelemente sofort abgeschaltet werden (z.B. sofortiges Schliessen einer Strassenbahn nach Abmeldung). Die Zwischenzeiten zu den im Phasenübergang einschaltenden Anzeigeelementen können somit grösser als erforderlich sein.

Masteranzeigeelement Blinker

Das Masteranzeigeelement definiert, welches Anzeigeelement massgebend ist für die Ausschalt-Bedingungen, die nicht überschritten werden dürfen.

Ein Schutzblinker der durch die UND-bedingte Zuordnung zu einem IV und einem Fussgänger gesteuert wird, kann unterschiedliche Versatz Ende Werte haben bezüglich des IV Anzeigeelementes und des FG Anzeigeelementes. Um zu verhindern, dass der Schutzblinker noch aktiv ist, wenn das IV Anzeigeelement schon Rot zeigt, wird dem Blinker als Masteranzeigeelement das IV Anzeigeelement zugeordnet. Dies bewirkt, dass der Schutzblinker nie länger aktiv ist, als über die Bedingungen IV Anzeigeelement-Schutzblinker definiert ist.

Typ des Anzeigeelements

Die Berechnung eines Phasenüberganges erfolgt auf der Ebene der Anzeigeelemente. Damit VS-PLUS die richtigen Schaltbefehle an die entsprechenden Schaltelemente eines Steuergerätes abgibt, muss jedem Anzeigeelement der entsprechende Typ des Schaltelementes zugeordnet werden.

Kanalnummer zu Anzeigeelement

Die Kanalnummer eines Anzeigeelementes ist die Adresse mit der das Schaltelement im Steuergerät angesprochen wird. Die Kanalnummer muss zwingend zugeordnet werden.

Verkehrsströme

Im Sinne des objektorientierten Ansatzes werden je nach Verkehrsstromtyp unterschiedliche Objekte angelegt.

Gemeinsame Eigenschaften:
  • ID Nummer zu Verkehrsstrom
  • HAUPT-Anzeigeelement
  • UN-bedingtes Anzeigeelement
  • UND-bedingtes Anzeigeelement
  • ODER-bedingtes Anzeigeelement
Unterschiedliche Eigenschaften:
  • Individualverkehr:
    • Verkehrsstromart IV
  • Öffentlicher Verkehr mit An-/Abmeldesystemen:
    • Verkehrsstromart Standard OeV
  • Öffentlicher Verkehr mit paralleler Anmeldung oder serieller Funkmeldung:
    • Verkehrsstromart ÖPNV für ÖV-Modul

 Detektoren

Im Sinne des objektorientierten Ansatzes werden je nach Detektortyp unterschiedliche Objekte angelegt. Dabei wird zwischen Detektoren und Meldepunkten unterschieden.

Detektoren sind Objekte, welche einen digitalen Eingang aufweisen, d.h. auf Impulse reagieren. Detektoren können sowohl dem Individualverkehr als auch dem öffentlichen Verkehr zugewiesen werden.

Meldepunkte dagegen sind Objekte, welche einen seriellen oder parallelen Eingang aufweisen. Sie können nur dem öffentlichen Verkehr zugewiesen werden.

Gemeinsame Eigenschaften:
  • ID Nummer
  • Zuordnung zu Verkehrsstrom
  • Überfahrlage
  • Abstand zum Haltebalken
  • Fahrstreifennummer
Unterschiedliche Eigenschaften:
  • Individualverkehr
  • Öffentlicher Verkehr
  • Öffentlicher Verkehr (ÖV-Modul)

Definitionen:

ID Nummer
  • Zur Identifikation muss jedem Detektor/Meldepunkt eine eindeutige Nummer zugeordnet werden. Die ID Nummer muss zwingend zugeordnet werden.
Zuordnung zu Verkehrsstrom
  • Jeder Detektor/Meldepunkt muss einem Verkehrsstrom zugeordnet werden.
  • Beim ÖV-Modul kann ein Detektor auch mehreren Verkehrsströmen mit unterschiedlichen Eigenschaften zugeordnet werden. Es können maximal fünf Meldepunkte einem Verkehrsstrom zugeordnet werden.
Überfahrlage
  • Reihenfolge, in welcher die Detektoren/Meldepunkte befahren werden. Mit der Überfahrlage eines Meldepunktes oder Detektors wird diese Reihenfolge angegeben.
Abstand zum Haltebalken
  • Definiert den Abstand des Detektors zum Haltebalken, wird aber zur Zeit noch nicht in VS-PLUS verwendet.
Fahrstreifennummer
  • Gibt den Abstand des Detektors zum Haltebalken an. Wird zur Zeit in VS-PLUS noch nicht verwendet.
Kanalnummer zu Detektor
  • Die Kanalnummer ist die Adresse (Eingang) an die ein Detektor am Steuergerät angeschlossen ist.
  • Die Zuweisung erfolgt anhand des Feldes STG Det. Damit können die im Steuergerät effektiv vorhandenen und in der Grundversorgung definierten Objekte ausgewählt und zugewiesen werden. Die Kanalnummer wird bei der Zuweisung automatisch aus der Grundversorgung (aus Register Steuergerät > Topologie > Detektoren) übernommen.
Detektor-Definitionen Öffentlicher Verkehr
  • Überfahrlage
  • Insbesondere beim ÖPNV ist es von Interesse, in welcher Reihenfolge die Meldepunkte befahren werden. Davon direkt abhängig ist die Funktion Zwangsanforderung.
  • Mit der Überfahrlage eines Meldepunktes oder Detektors wird diese Reihenfolge angegeben.
  • Zuordnung zu Verkehrsstrom
  • Jeder Detektor/Meldepunkt muss einem Verkehrsstrom zugeordnet werden.
  • Einem Verkehrsstrom können maximal 14 Detektoren zugeordnet werden.
Detektor-Definitionen Öffentlicher Verkehr (ÖV-Modul)
  • Meldepunkt Nummer
  • Die Meldepunktnummer entspricht der Kanalnummer eines Detektors. Sowohl bei Funktelegrammen als auch bei herkömmlichen Anforderungen mit Detektoren muss der ÖV-Modul die Meldepunkt- oder die Detektornummer kennen. Je nach Eintrag in der Spalte Anforderungsart muss eine Detektorkanalnummer (parallel) oder Meldepunktnummer (seriell) eingetragen werden.
  • Die Zuweisung erfolgt anhand des Feldes STG MP. Damit können die im Steuergerät effektiv vorhandenen und in der Grundversorgung definierten Objekte ausgewählt und zugewiesen werden. Die Meldepunktnummer wird bei der Zuweisung automatisch aus der Grundversorgung (aus Register Steuergerät > Topologie > Detektoren) übernommen.
  • Zuordnung zu Verkehrsstrom
  • Jeder Detektor/Meldepunkt muss einem Verkehrsstrom zugeordnet werden. Beim ÖV-Modul kann ein Detektor auch mehreren Verkehrsströmen mit unterschiedlichen Eigenschaften zugeordnet werden. Es können maximal fünf Meldepunkte einem Verkehrsstrom zugeordnet werden.
  • Überfahrlage
  • Insbesondere beim ÖPNV ist es von Interesse, in welcher Reihenfolge die Meldepunkte befahren werden. Davon direkt abhängig ist die Funktion Zwangsanforderung
    Mit der Überfahrlage eines Meldepunktes oder Detektors wird diese Reihenfolge angegeben.
  • Anforderungsart (nur für ÖV-Modul)
  • Die Abspeicherung von Anforderungen durch den ÖV-Modul in den eigentlichen ÖV-Modul ist sowohl für Funktelegramme als auch für herkömmliche Detektoranforderungen möglich. Mit der Anforderungsart wird angegeben, ob eine Anforderung seriell mit Telegramm oder über die normalen Detektoreingänge parallel erfolgt.
  • Eintrag ÖV-Modul (nur für ÖV-Modul)
  • Bei Meldepunkten, die auf mehrere Verkehrsströme einwirken, erfolgt ein Eintrag in den ÖV-Modul. Dieser Eintrag kann gesperrt werden, falls er nicht erwünscht ist.
  • Ist der Abmeldet gesperrt, wird auch keine Zwangsauszählung eingetragen. Bei Parametergruppen ohne Abmeldung wird die Zwangsauszählung nur eingetragen, wenn ein Pseudoabmeldepunkt parametriert ist und der Eintrag nicht gesperrt ist.

Prioritätselemente

VS-Plus arbeitet mit drei Prioritätsklassen:

 

und zwei Prioritätsstufen:

 

Aus der Überlagerung der drei Prioritätsklassen und den zwei Prioritätsstufen entsteht eine Priorisierungsstruktur mit sechs Prioritätselementen:

Die Bildzusammenstellung ordnet jedem angemeldeten Verkehrsstrom eines dieser sechs Prioritätselemente zu. Dazu muss jeder Verkehrsstrom einer der drei Prioritätsklassen zugeteilt werden, indem der Verkehrsstrom in die Hauptreihe der jeweiligen Prioritätsklasse eingetragen wird. Dies bedeutet, dass zunächst die Prioritätselemente entsprechend der Prioritätsklassen 1 bis 3 genutzt werden. Die Nutzung der Prioritätselemente 4 bis 6 hängt davon ab, ob die Prioritätsstufe durch das setzten einer maximalen Wartezeit [TWmax] aktiviert wird.

In der VS-WorkSuite müssen nun diejenigen Prioritätselemente angelegt werden, die einerseits durch das Zuordnen von Verkehrsströmen zu Prioritätsklassen und zum anderen durch das Parametrieren von Verkehrsströmen mit maximalen Wartezeiten aktiviert werden.

ID-Nummer zu Prioritätselement

Anzugeben ist die Nummer des Prioritätselementes gemäss der Darstellung:

VS-PLUS Parameter

Im Register "VS-PLUS - Parameter" werden die folgenden Parametergruppen behandelt:

  • Detektorparameter (DP)
  • Verkehrsstromparameter (VP)
  • Rahmenplan (RSP)
  • Bildparameter, rangabhängig (BPR)
  • Bildparameter, verkehrsabhängig (BPV)
  • Phasenübergänge (PhUe)
  • ÖV-Modul (OevMod)
  • Datensatzdefinitionen (VPD)

Detektorparameter (DP)

Detektor Standard-Parameter

  • Funktion
    • Detektorfunktion IV
  • Anforderung
    • Anmeldeart des Detektors
    • Belegungszeit
    • Verzögerungszeit
    • Haltezeit
    • Rücksetzzeit
  • Bemessung
    • Verlängerung: Zeitlücke
    • Verlängerung: Belegungsgrad Beginn
    • Bemessungsart
    • Aktivzeit
  • Stau
    • Stau Anforderung: Belegungsgrad EIN
    • Stau Anforderung: Belegungsgrad AUS
    • Stau Abflusskontrolle: Belegungsgrad EIN
    • Stau Abflusskontrolle: Belegungsgrad AUS
    • Stau Flusskontrolle: Belegungsdauer
    • Stau Flusskontrolle: Belegungslücke
  • Roteinzählen
    • Roteinzählen: Zeitbedarf
    • Roteinzählen: Belegungsgrad
    • Roteinzählen: Maximales Grün

Detektor Störungsbehandlung

Mit der Detektorstörung kann auf gestörte Detektoren reagiert werden:

  • Detektorstörung: Maximale Belegungsdauer
  • (DETS_MAXBEL)
  • Eine Detektorstörung wird entweder durch eine Meldung der Hardware oder eine lange Belegungszeit des Detektors erkannt.
  • Nach dem Erreichen der maximalen Belegungszeit gilt der Detektor als gestört.
  • Detektorstörung: Ersatzdetektor
  • (DETS_ERSATZDET)
  • Eine Detektorstörung wird entweder durch eine Meldung der Hardware oder eine zu lange Belegungszeit des Detektors erkannt.
  • Bei einem gestörten Detektor wird für die Verlängerung der Ersatzdetektor verwendet. Dabei ist nur noch die Ersatzzeitlücke massgebend. Der Belegungsgrad wird nicht beachtet.
  • Detektorstörung: Lücke für Ersatzdetektor
  • (DETS_ESATZZL)
  • Eine Detektorstörung wird entweder durch eine Meldung der Hardware oder eine zu lange Belegungszeit des Detektors erkannt.
  • Bei einem gestörten Detektor wird für die Verlängerung der Ersatzdetektor verwendet. Dabei ist nur noch die Ersatzzeitlücke massgebend. Der Belegungsgrad wird nicht beachtet.

 Detektorparameter ÖPNV

  • Funktion
    • Detektorfunktion Standard ÖPNV 
  • Anforderung
    • Anmeldeart des Detektors
    • Entprellzeit
    • Belegungszeit
    • Verzögerungszeit
    • Eichwert
    • theoretische Fahrzeit (Sollwert)
    • Vorbereitungsdauer
    • Voranzeigezeit
    • Haltezeit
    • Rücksetzzeit
    • Zwangsanforderungszeit

Detektorparameter ÖPNV für ÖV-Modul

 
Zum Verständnis dieser Parameter muss man das vorhergehende Kapitel über die standardmässige Behandlung der ÖPNV gelesen haben. Hier wird nur auf die Unterschiede zu dieser Behandlung eingegangen.
 
  • Detektorfunktionen des Öffentlichen Verkehrs in Verbindung mit ÖV-Modul
  • Detektor inaktiv (INAK)
  • Der Detektor ist ausgeschaltet. Er hat keine Wirkung
  • Seriell Voranmelder mit Einzählung (VWOV)
  • Ermöglicht sofortigen Phasenwechsel
  • Der Meldepunkt kann folgende zur Verfügung stehenden Funktionen ausüben:
    • OEV feindliche Phase vorziehen
    • OEV feindliche Phase blockieren
    • OEV Phase anfordern (Hauptanforderung)

In Abhängigkeit der Restfahrzeit (verbleibende Fahrzeit bis zur Haltelinie) bestimmt VS-PLUS die Funktionsweise.Die vorbereitenden Funktionen sind zudem abhängig vom Parameter Vorbereitungsdauer.

  • Seriell Voranmelder mit Einzählung (VBOV)
  • Blockiert die Einschaltung feindlicher Verkehrsströme.
  • Der Meldepunkt kann die folgenden Funktionen ausüben:
    • OEV feindliche Phase blockieren
    • OEV Phase anfordern (Hauptanforderung)

In Abhängigkeit der Restfahrzeit (verbleibende Fahrzeit bis zur Haltelinie) bestimmt VS-PLUS die Funktionsweise. Die vorbereitenden Funktionen sind zudem abhängig vom Parameter Vorbereitungsdauer.

  • Seriell Anmelder mit Einzählung (ANOV)
  • Der Meldepunkt kann die folgenden Funktionen ausüben:
    • OEV Phase anfordern (Hauptanforderung)

In Abhängigkeit der Restfahrzeit (verbleibende Fahrzeit bis zur Haltelinie) bestimmt VS-PLUS die Funktionsweise.

  • Seriell Abmelder mit Auszählung (ABOV)
  • Der Meldepunkt kann die folgende Funktion ausüben:
    • OEV Phase beenden (Abforderung)

Zwangsanforderungszeit

  • Neben der Funktion einer Korrektur der Verkehrsstromwartezeit bei Unregelmässigkeiten im Fahrverlauf stellt VS-PLUS die Möglichkeit einer Zwangsanforderung zur Verfügung. Diese kann verkehrsstrom- oder detektorabhängig gesteuert werden.
  • Zwangsanforderungszeit > 0 Bei meldepunktabhängiger Zwangsanforderung: Erreicht die Verkehrsstromwartezeit eines Verkehrsstroms die Zwangsanforderungszeit des Meldepunktes, so wird für diesen eine Zwangsanforderung gestartet.
    Das heisst, die Detektorwartezeit dieses Meldepunktes wird gestartet, obwohl keine Anforderung erfolgte.

Achtung:

Die Zwangsanforderungszeit des Abmelders steuert die Unterscheidung zwischen verkehrsstrom- und detektorabhängiger Zwangsanforderung.

Zwangsanforderungszeit Meldepunkt Abmelder

Die Zwangsanforderungszeit des Abmelder (ABxx) hat folgende Bedeutung:

  • Zwangsanforderungszeit = 0: meldepunktabhängige Zwangsanforderung:
    • Erreicht die Verkehrsstromwartezeit eines Verkehrsstroms die Zwangsanforderungszeit eines Detektors, so wird für diesen eine Zwangsanforderung gestartet. Das heisst, die Detektorwartezeit dieses Detektors wird gestartet, obwohl keine Anforderung erfolgte.
  • Zwangsanforderungszeit > 0 und Zwangsanforderungszeit ¹ ¥:
    verkehrsstromabhängige Zwangsanforderung:
    • Erreicht die Verkehrsstromwartezeit die Zwangsanforderungszeit des Abmelders, so wird eine Hauptanforderung ausgelöst.
  • Zwangsanforderungszeit = ¥: keine Zwangsanforderung:
    • Voraussetzung für eine Deaktivierung der Zwangsanforderung ist, dass der betreffende Verkehrsstrom auf andere Weise Grün erhalten muss.

Dies kann durch einen Notanmelder, einen zweiten Verkehrsstrom (z.B. Bus auf Kfz-Verkehrsstrom) oder ein Basisfenster erfolgen.

Achtung:

In diesem Fall löst VS-PLUS eine Zwangslöschung unabhängig vom Grün aus, um eine Blockierung von weiteren Anforderungen zu verhindern. Die Zwangslöschung erfolgt dann, wenn alle Detektorwartezeiten (twdet) die Haltezeit erreicht haben.

Bemerkungen:

Wird einem Verkehrsstrom kein Abmelder zugeordnet, so wird die Zwangsanforderungszeit meldepunktabhängig gesteuert. Werden einem Verkehrsstrom mehrere Abmelder zugeordnet, so gelten die Werte des letztgenannten Abmelders gemäss Zuordnungstabelle.

Verkehrsstromparameter (VP)

Verkehrsstrom-Feindlichkeitsmatrix

Zur Vereinfachung des Prozessablaufes muss die Liste der feindlichen Verkehrsströme je Verkehrsstrom definiert werden.

Zu betonen ist, dass die Feindlichkeit auf Ebene der Verkehrsströme zu definieren ist. Die Liste der Feindlichkeiten entspricht also einer Sicherungsmatrix auf der Ebene der Verkehrsströme.

Achtung:

Diese Vorschrift ist ganz besonders bei so genannten überlagerten Verkehrsströmen zu beachten. Also bei Verkehrsströmen, die dasselbe Anzeigeelement haben wie ein anderer Verkehrsstrom (z.B. Bus auf Fahrstreifen des Individualverkehrs).

In diesen Fällen müssen sowohl bei dem Bus, als auch bei dem Individualverkehr dieselben Feindlichkeiten eingetragen sein.

In der Zwischenzeitenmatrix sind die Feindlichkeiten und Zwischenzeiten der Anzeigeelemente festgelegt. Zusätzlich können Feindlichkeiten von Verkehrsströmen definiert werden. Dies vereinfacht den Prozessablauf. Die Feindlichkeiten der Verkehrsströme müssen als Liste aller feindlichen Verkehrsströme pro Verkehrsstrom definiert werden.

Die Liste dieser Feindlichkeiten entspricht also einer Sicherungsmatrix auf der Ebene der Verkehrsströme.

Verkehrsstrom Standard-Parameter

  • Kontrollzeit Phasenübergang
  • Kontrollzeit
  • maximale Wartezeit
  • Mindestgrünzeit 1
  • Mindestgrünzeit 2
  • maximale Grünzeit 1
  • maximale Grünzeit 2
  • max. Grün Detektorstörung
  • Mindestrotzeit
  • Sperrzeit bei Stau

Verkehrsstrom-Kennungen

  • Allgemeines
    • Anforderungstyp
    • Grünkennung
    • Prioritätskennung
    • Teilknoten
  • Koordinationskennung
    • Koordinationskennung Hauptstrom
    • Koordinationskennung Nebenstrom MIT
    • Koordinationskennung Nebenstrom OHNE
    • Verlängerungskennung
  • Rotkennung
    • Rotkennung (Teile 1 bis 4)
  • Wiederholungskennung
    • Wiederholungskennung Hauptstrom
    • Wiederholungskennung Nebenstrom
  • Ruhebildkennung
    • Ruhebild
    • Vorstufe Ruhebild
    • Ruhebild Auszustand

Wiederholungskennung Hauptstrom

Die Wiederholungskennung für Hauptströme beim zyklischen Verfahren kann die folgenden Werte annehmen:

  • Hauptstrom darf mit tg,min1 wiederholen
  • Hauptstrom darf frei wiederholen
  • Hauptstrom darf mit tg,min2 wiederholen
  • Hauptstrom darf mit tg,max1 wiederholen
  • Hauptstrom darf mit tg,max2 wiederholen
  • Hauptstrom darf NICHT wiederholen
  • Wiederholungskennung für Hauptströme beim azyklischen Verfahren
  • Die Wiederholungskennung hat keine Bedeutung

Wiederholungskennung Nebenstrom

Wiederholungskennung für Nebenströme beim zyklischen Verfahren

  • keine speziellen Bedingungen mit freiem Wiederholen, die erlaubte Gründauer wird auf tg,max2 gesetzt:
    • Nebenstrom darf frei wiederholen
  • sowohl beim ersten Grün, als auch bei der Wiederholung als Nebenstrom gelten die folgenden Bedingungen:
    • Nebenstrom darf einschalten, wenn mit tg,rest >= tg,min1
    • Nebenstrom darf einschalten, wenn mit tg,rest >= tg,min2
    • Nebenstrom darf einschalten, wenn mit tg,rest >= tg,max1
    • Nebenstrom darf einschalten, wenn mit tg,rest >= tg,max2
    • Nebenstrom darf wiederholen, wenn mit tg,rest grösser gleich tg,min1
  • das erste Grün wird ohne weitere Bedingung mit einer erlaubten Gründauer von tg, max2 gegeben. Für die Wiederholung gelten die folgenden Bedingungen:
    • Nebenstrom darf wiederholen, wenn mit tg,rest >= tg,min2
    • Nebenstrom darf wiederholen, wenn mit tg,rest >= tg,max1
    • Nebenstrom darf wiederholen, wenn mit tg,rest >= tg,max2
    • Nebenstrom darf NICHT wiederholen

Wiederholungskennung für Nebenströme beim azyklischen Verfahren

  • Die erlaubte Gründauer für Nebenströme wird in jedem Fall durch die Restgrünbedingung bestimmt. Diese ist abhängig von der Wiederholungskennung:
    • Wiederholung als Nebenstrom erlaubt:
- keine speziellen Bedingungen, Nebenstrom darf frei wiederholen.
- Die erlaubte Gründauer wird auf tg, max2 gesetzt.
- Restgrün muss grösser als tg, min1 sein.
- Die erlaubte Gründauer wird auf tg, min2 gesetzt.
- Restgrün muss grösser als tg, min2 sein.
- Die erlaubte Gründauer wird auf tg, max1 gesetzt.
- Restgrün muss grösser als tg, max1 sein.
- Die erlaubte Gründauer wird auf tg, max2 gesetzt.
- Restgrün muss grösser als tg, max2 sein.
- Die erlaubte Gründauer wird auf tg, max2 gesetzt.
    • Wiederholung als Nebenstrom nicht erlaubt:

- als Nebenstrom nicht erlaubt

Zyklische Steuerung

Hauptströme erhalten das erste Mal gemäss Standardverfahren Grün. Eine Wiederholung als Hauptstrom ist abhängig von der Wiederholungskennung für Hauptströme.

Die erlaubte Gründauer für Nebenströme wird in jedem Fall, das heisst auch beim ersten Grün, durch die Restgrünbedingung bestimmt. Diese ist abhängig von der Wiederholungskennung für Nebenströme.

  • Teilknoten (TK)
  • Ruhebild
  • korrespondierende Verkehrsströme

Korrespondierender Verkehrsstrom: Vorlauf

Eigenschaften:

  • Vorlauf: aktiver Verkehrsstrom (VSa)
  • Vorlauf: passiver Verkehrsstrom (VSb)
  • Vorlauf: Vorlaufzeit (beg)

Im Gegensatz zu festen Versätzen, welche auf der Stufe der Anzeigeelemente zu parametrieren sind, fallen verkehrsabhängige Kopplungen zwischen Verkehrsströmen unter den Begriff Vorlaufsteuerung beziehungsweise Nachlaufsteuerung.

Zur Steuerung von verkehrsabhängigen Vorläufen können die folgenden Werte definiert werden:
VSa aktiver VS (unbeeinflusst)
VSb passiver VS (beeinflusst)
Beg Versatz bei Grünbeginn. Bedingung: beg > 0s

Die Vorlaufsteuerung arbeitet unterschiedlich für Verkehrsströme des Typs "Kfz" beziehungsweise für Verkehrsströme des Typs "Fahrräder, Fussgänger und ÖPNV".

  • Vorlaufsteuerung für Verkehrsströme des Typs Kfz
  • Vorlaufsteuerung für Verkehrsströme des Typs Fahrräder, Fussgänger und ÖPNV
  • Vorlauf: aktiver Verkehrsstrom (VSa)
  • Vorlauf: passiver Verkehrsstrom (VSb)
  • Vorlauf: Vorlaufzeit (beg)

Korrespondierender Verkehrsstrom: Nachlauf

Zur Steuerung von verkehrsabhängigen Nachläufen (bei Grünende) können die folgenden Werte definiert werden:

VSa unbeeinflusster VS
VSb Beeinflusster VS
det1_a 1. massgebender Detektor zu VSa (D1)
det2_a 2. massgebender Detektor zu VSa (D2)
endmin Versatz bei Grünende (Minimum) (Wert 1)
endmax Versatz bei Grünende (Maximum) (Wert 2)

Das Halten eines Versatzes bis zur maximalen Dauer "endmax" ist zunächst abhängig von den laufenden verlängernden Zeitlücken der beiden Detektoren det1_a und det2_a bei der Haltelinie von VSa. Eine dieser beiden Zeitlücken muss kleiner als "endmax" sein.

Das Schalten der Versatzdauer "endmin" ist abhängig von den VSb zugeordneten Detektoren. Solange eine dieser Zeitlücken ZL kleiner als "endmax" ist, wird ein Versatz bis minimal "endmin" gesteuert. Danach gelten die nachstehenden Bedingungen.

Das Schalten der Versatzdauer "endmax" ist abhängig von den VSb zugeordneten Detektoren. Solange diese Verkehr melden, wird ein Versatz bis zu "endmax" gesteuert.
Ein Nachlauf ist abhängig davon, ob die Zeitlücken der Schleifen det1_a respektive det2_a des massgebenden Verkehrsstroms VSa kleiner sind als der eingetragene Wert endmax.

Achtung:

Ein Nachlauf wird nur dann in der beschrieben Form gesteuert, wenn beide Verkehrsströme VSa und VSb gemäss den VS-PLUS Regeln auf Rot gesetzt sind.

Hinweis:

Ein Nachlauf wird nur dann in der beschrieben Form gesteuert, wenn beide Verkehrsströme VSa und VSb gemäss den VS-PLUS Regeln auf Rot gesetzt sind.

  • Nachlauf: aktiver Verkehrsstrom (VSa)
  • Einzutragen ist der massgebende Verkehrsstrom, also derjenige, welcher den abhängigen VSb beeinflussen soll.
  • Nachlauf: passiver Verkehrsstrom (VSb)
  • Einzutragen ist der abhängige Verkehrsstrom, also derjenige, welcher durch den massgebenden VSa beeinflusst werden soll.
  • Nachlauf: 1. Detektor zu VSa (det1_a)
  • Einzutragen ist der 1. Detektor des massgebenden Verkehrsstroms VSa, welcher für die Bemessung der Nachlaufdauer bestimmend ist.

Achtung:

Wird kein Detektor angegeben, so werden die Werte Nachlaufminimum endmin respektive Nachlaufmaximum endmax immer ausgesteuert.

  • Nachlauf: 2. Detektor zu VSa (det2_a)
  • Einzutragen ist der 2. Detektor des massgebenden Verkehrsstroms VSa, welcher für die Bemessung der Nachlaufdauer bestimmend ist.

Achtung:

Wird kein Detektor angegeben, so werden die Werte Nachlaufminimum endmin respektive Nachlaufmaximum endmax immer ausgesteuert.

  • Nachlauf: Maximale Nachlaufzeit (endmax)
  • Einzutragen ist die maximale Nachlaufdauer.

Achtung:

Durch den Nachlauf kann die maximale Grünzeit 2 (Tg, max2) überschritten werden. Das heisst, das Einhalten des Nachlaufes ist wichtiger als das Einhalten der maximalen Grünzeit. Dies gilt auch, wenn das Rahmensignal nicht mehr ansteht!

  • Nachlauf: Minimale Nachlaufzeit (endmin)
  • Einzutragen ist die minimale Nachlaufdauer

Achtung:

Durch den Nachlauf kann die maximale Grünzeit 2 (Tg, max2) überschritten werden. Das heisst, das Einhalten des Nachlaufes ist wichtiger als das Einhalten der maximalen Grünzeit. Dies gilt, auch wenn das Rahmensignal nicht mehr ansteht!

korrespondierender Verkehrsstrom: parallele Verlängerung

Es ist möglich, dass ein Verkehrsstrom durch einen parallelen verlängert werden soll. Beispielsweise soll ein Fussgängerstreifen (passiver VS wird verlängert) durch seinen parallelen Individual-Verkehrsstrom (aktiver VS welcher verlängert) gehalten werden. Dabei bezieht der passive Verkehrsstrom das Verlängerungskriterium von seinem aktiven Verkehrsstrom. Das heisst, der passive VS wird so lange gehalten wie sein aktiver VS verlängert.

Hinweis:

Die Gründauer vom passiven VS ist standardmässig durch seine Grünzeiten bestimmt.

  • VS wird verlängert
  • Einzutragen ist der passive Verkehrsstrom, also derjenige, welcher durch den aktiven verlängert bzw. gehalten werden soll.
  • VS welcher verlängert
  • Einzutragen ist der aktive Verkehrsstrom, also derjenige, welcher den passiven verlängern bzw. halten soll.

korrespondierender Verkehrsstrom: Verriegelung

Eigenschaften

  • verriegelnder (massgebender) Verkehrsstrom
  • verriegelter (abhängiger) Verkehrsstrom
  • spätestes Einschalten

Die Parametrierung einer Versatzzeit zwischen einem Kfz-Verkehrsstrom und einem parallelen Fussgänger genügt nicht, um zu verhindern, dass der Fussgängerverkehrsstrom nach Grünbeginn des Kfz-Verkehrsstroms nicht auf Grün schaltet. Dazu muss zusätzlich eine Verriegelung zwischen Kfz-Verkehrsstrom und Fussgängerverkehrsstrom definiert werden.

Die Verriegelung verhindert das Einschalten eines abhängigen Verkehrsstroms, wenn der massgebende Verkehrsstrom bereits auf Grün ist, respektive die Gründauer grösser ist, als der Wert dt_max.

Beispiel

Die Verriegelung wirkt im Phasenübergang, also auf der Ebene der Anzeigeelemente. Damit verriegelte Verkehrsströme die Bildzusammenstellung nicht negativ beeinflussen, ist es trotzdem erforderlich, dass die Parametrierung auf der Ebene der Verkehrsströme mit dem Formular "korrespondierender Verkehrsstrom: Verriegelung" erfolgt.

Einzugeben ist die Zuordnung von zwei Verkehrsströmen, deren Anzeigeelemente zu verriegeln sind. Es genügt also, wenn ein Verriegelungspaar von Anzeigeelementen mit einer Verkehrsstromverriegelung bestimmt wird.

VS-PLUS bildet automatisch daraus die Verriegelung für alle Verkehrsströme, welche beide Anzeigeelemente enthalten. Für diese automatische Umwandlung ist massgebend, welche UN-bedingten Anzeigeelemente dem einzelnen Verkehrsstrom zugeordnet sind.

Die Parametrierung einer Verriegelung von Verkehrsströmen ohne Anzeigeelemente bewirkt somit auch keine Verriegelung.

Achtung:

Die gemeinsame Wiedereinschaltung von massgebendem und abhängigem Verkehrsstrom erfolgt nach den allgemeinen Regeln von VS-PLUS. Der massgebende Verkehrsstrom wird jedoch frühestens nach seiner minimalen Rotzeit gemäss Grundversorgung des Anzeigeelementes wieder eingeschaltet.

Hinweise:

  • Regel 1: Einschalten VSmassg
  • Regel 2: Ausschalten VSmassg
  • Regel 3: Einschalten VSabh
  • Regel 4: Ruhebild  
  • Beispiel: Verriegelung
  • Darf zum Beispiel ein Fussgänger im Grün seines parallelen Motorfahrzeug-Verkehrsstroms nicht mehr auf Grün geschaltet werden, so gilt der Motorfahrzeug-Verkehrsstroms als massgebend (er macht was er will) und der Fussgänger als abhängiger. Mit dt_max wird das spätest erlaubte Zu-schalten des Fussgängers bestimmt.
  • Verriegelung Einschalten VSmassg
  • Im Bereich der Anzeigeelemente kann es vorkommen, dass ein abhängiges Anzeigeelement noch verriegelt ist, aber das massgebende kann schon auf Grün geschaltet werden.

Verriegelung

masgabhdt_max
ANZE1 ANZE3 x
ANZE2 ANZE3 A

 Feindlichkeiten

ANZE1ANZE2ANZE3
ANZE1   x
ANZE2 x  
ANZE3    
  • ANZE2 und ANZE3 erhalten gleichzeitig den Einschaltbefehl. Da die Zwischenzeit (TZ) von ANZE1 zu ANZE2 sehr klein ist, kann dieses Anzeigeelement sehr schnell auf grün geschaltet werden. ANZE3 darf aber erst nach Ablauf der Mindestrotzeit von ANZE1 geschaltet werden. Zu diesem Zeitpunkt ist aber dt_max (A) zu ANZE2 schon überschritten und ANZE3 darf nicht mehr geschaltet werden.
  • Nun wird der Startzeitpunkt von ANZE2 geschoben, um ANZE3 zu ermöglichen, dass es auf Grün geschaltet werden kann.
  • Diese zeitliche Anpassung von ANZE2 wird unter Berücksichtigung der Versätze vorgenommen. D.h. Versätze, die durch diese Verschiebung beeinflusst werden, werden entsprechend korrigiert. Der Anwender ist aber verantwortlich, dass es keine Widersprüche in der Definition der Versätze und dt_max gibt. Stellt VS-PLUS eine fehlerhafte Parametrierung fest, werden keine Versätze ausgesteuert und eine Fehlermeldung wird ausgegeben. Der Effekt des Schiebens tritt nur auf, wenn beide Anzeigeelemente auch als Verkehrsstrom gleichzeitig eingeschaltet werden.  
  • Verriegelung Ausschalten VSmassg
  • Wenn der Zeiger einen Hauptstrom auswählt, der verriegelt ist, müssen zuerst seine Verriegelnden schliessen, bevor er auf Grün geschaltet werden kann. Dieses Schliessen darf aber nur erfolgen, wenn der Hauptstrom auch geschaltet wird und er nicht von einem Hauptstrom aus einem höheren Prioritätselement unterdrückt wird. In der neuen Version werden die Massgebenden erst auf Rot geschaltet, wenn der abhängige Hauptstrom auch geschaltet wird.
  • Es kann vorkommen, dass von einem Verriegelungspaar der Zeiger auf dem Abhängigen steht. Der Massgebende ist in der Nebenreihe eingetragen und kann auch geschaltet werden. Durch Verzögerungen der Einschaltung des Hauptstromes wird der Nebenstrom früher auf Grün geschaltet. Zum Zeitpunkt der Einschaltung des Hauptstromes ist dt_max überschritten und der Abhängige kann nicht mehr geschaltet werden. In der neuen Version wird ein massgebender Nebenstrom nur geschaltet, wenn sein zugeordneter abhängiger Hauptstrom auch geschaltet wird.
  • Verriegelung Einschalten VSabh
  • Ein abhängiger Verkehrsstrom kann seinen massgebenden Verkehrsstrom mit seiner Eingriffsart abbrechen. Das heisst, wenn ein Verkehrsstrom verriegelt ist, gelten für das Einschalten des Abhängigen die gleichen Bedingungen, wie wenn die beiden Verkehrsströme feindlich wären.
  • Verriegelung Ruhebild
  • Bleibt der massgebende Verkehrsstrom auf Grün (z.B. im Ruhebild), so erzwingt der abhängige Verkehrsstrom nach der maximalen Grünzeit 2 (tg, max2) oder nach Rahmenende des massgebenden Verkehrsstroms eine Ausschaltung des massgebenden Verkehrsstroms.
  • verriegelnder (massgebender) Verkehrsstrom
  • Einzutragen ist der massgebende Verkehrsstrom, also derjenige, welcher den Abhängigen verriegeln soll.
    • verriegelter (abhängiger) Verkehrsstrom
      Einzutragen ist der abhängige Verkehrsstrom, also derjenige, welcher vom massgebenden verriegelt werden soll.
    • spätestes Einschalten
      Einzutragen ist, ab welchem dt in Sekunden die Verriegelung wirken soll.

3.2.11 korrespondierender Verkehrsstrom: Weitergabe Anforderung

Eigenschaften

  • weitergeben an
  • weitergegeben von
  • Weitergabeart

Mit der Angabe eines zweiten Verkehrsstroms übergibt der massgebende Verkehrsstrom (Weitergaben von) zum parametrierten Zeitpunkt (Weitergabeart) dem Zweiten, Abhängigen (Weitergabe an) eine Anforderung, sofern der massgebende Verkehrsstrom selbst angefordert war.

Der Zeitpunkt der Weitergabe kann über den Parameter Weitergabeart gewählt werden.

Eine weitere Wirkung dieser Koppelung ist nicht gegeben.

Die Weitergabe einer Anforderung gilt im speziellen bei Doppelfussgängerstreifen. Die Anforderung für den 2. Teilfussgängerüberweg muss entsprechend parametriert werden, damit bei Grünbeginn der ersten Furt die Zweite angemeldet wird. Als zusätzliche Funktion dieser Parametrisierung für den Verkehrsstromtyp DFG werden die Gehzeiten kontrolliert.

  • weitergegeben von
  • Anzugeben ist der zweite, abhängige Verkehrsstrom, also derjenige, an welchen die Weitergabe der Anforderung erfolgen soll.
  • weitergegeben von
  • Anzugeben ist der erste, massgebende Verkehrsstrom, also derjenige, welcher die Weitergabe der Anforderung auslösen soll.
  • Weitergabeart
  • Anzugeben ist die Art und Weise, wie und wann die Anforderung vom massgebenden an den abhängigen Verkehrsstrom übergeben werden soll. Folgende Möglichkeiten stehen zur Verfügung:
twvs: Sobald der Wartezeitzähler (twvs) des massgebenden Verkehrsstroms beginnt, startet auch die Anforderung des abhängigen Verkehrsstroms
Vsein: Sobald der massgebende Verkehrsstrom den Einbefehl erhält (Zustand >=8), startet auch die Anforderung des abhängigen Verkehrsstroms
VSgrün: Sobald der massgebende Verkehrsstrom auf Grün schaltet (Zustand = 10), startet auch die Anforderung des abhängigen Verkehrsstroms
VStgmin1: Sobald der massgebende Verkehrsstrom die Mindestgrünzeit 1 (tg,min1) erreicht hat (Zustand = 11), startet auch die Anforderung des abhängigen Verkehrsstroms

Verkehrsstrom ÖV-Parameter

Für die Behandlung des Standard OeV stehen die folgenden Eigenschaften zur Verfügung:

  • Selbstzählzeit
  • Prioritätsliste OEV

Weitergehende Möglichkeiten stehen im Zusammenhang mit dem ÖV-Speicher zur Verfügung.

  • Selbstauszählzeit
  • Mit der Erstanforderung am ersten Meldepunkt startet VS-PLUS wie beschrieben einen Anforderungszeitzähler [twvs] bezogen auf den Verkehrsstrom. Die folgenden Meldepunkte werden mit TEich neu geeicht. Somit stellt der Anforderungszeitzähler [twvs] die aktuelle Fahrzeit seit der Erstanforderung auf der erfassten Strecke dar.
  • Nun kann z.B. durch fehlerhafte Erfassung eine Abmeldung verloren gehen. Für diese Fälle stellt VS-PLUS den Parameter "Selbstauszählzeit" zur Verfügung. Damit wird ein Zug abgemeldet (zugweise Zwangslöschung), wenn der Zeitzähler [twvs] den Wert Selbstauszählzeit erreicht.
  • Dabei ist zu beachten, dass VS-PLUS eine Anforderung solange hält, bis entweder eine korrekte Abmeldung, oder eine Zwangslöschung erfolgt. Der Wert Selbstauszählzeit kann folgende Bedeutungen haben:


Selbstauszählzeit ¹ ¥ Zwangslöschung erfolgt verkehrsstromabhängig:

  • Erreicht die Verkehrsstromwartezeit die Selbstauszählzeit, so wird der vorderste Zug gelöscht.
  • Bis zur Selbstauszählzeit bleibt die Anforderung erhalten. Mehrere Grünwiederholungen sind möglich.

Selbstauszählzeit = ¥ Zwangslöschung nach dem ersten Grünfenster, das sich im Bereich der erwarteten Ankunftssekunde befindet.

  • In jedem Fall ist zu beachten, dass VS-PLUS eine Anforderung solange hält, bis entweder eine korrekte Abmeldung oder eine Zwangslöschung erfolgt.

Achtung:

Eine Zwangslöschung erfolgt frühestens bei Grünbeginn. Das heisst, eine Anforderung wird auch bei einer Selbstauszählzeit von z.B. 0s bis zum Grünbeginn gehalten. Ausgenommen hiervon ist der Sonderfall Zwangsanforderungszeit des Abmelder = ¥

  • Prioritätsliste OEV
  • Rangfolge, nach welcher konkurrierende ÖPNV zu berücksichtigen sind (Rang 1 = hohe Priorität, Rang n= niedrige Priorität).
  • Die Parametrisierung erfolgt durch die Vergabe von Rängen. Gleichstellungen von Verkehrsströmen (Verkehrsströme haben gleichen Rang) sind erlaubt.

Achtung:

Wird eine Rangliste mit Gleichstellungen definiert, so werden die folgenden Entscheidungskriterien unwirksam, da der Entscheid bereits eindeutig getroffen werden kann. Andererseits müssen bei Gleichstellungen weitere Kriterien wirksam werden.

Verkehrsstrom ÖV-Kriterienfolge

Bei Anforderung von ÖV-Verkehrsströmen muss bei Feindlichkeit entschieden werden, in welcher Reihenfolge die ÖV-Verkehrsströme zu priorisieren sind. Dabei müssen neu angeforderte ÖV-Verkehrsströme in eine Warteschlange gebracht werden.

Mit dem ÖV-Priorisierungs-Modul stellt VS-PLUS die Möglichkeit zur Verfügung eine Warteschlange aufgrund verschiedener Kriterien zu erzeugen. Es stehen mehrere Entscheidungskriterien zur Verfügung.

ÖV-Verkehrsströme, die sich nicht abgemeldet haben, werden am Ende ihres Rahmens in der Reihenfolge neu einsortiert.

  • Kriterien
  • Bei Anforderung von mehreren ÖV-Verkehrsströmen muss entschieden werden, in welcher Reihenfolge diese zu priorisieren sind. Dabei müssen neuangeforderte ÖV-Verkehrsströme in eine Warteschlange gebracht werden. Mit dem ÖV-Priorisierungs-Modul stellt VS-PLUS die Möglichkeit zur Verfügung, eine Warteschlange aufgrund verschiedener Kriterien zu erzeugen:
Halten einer Phase PhH
Ankunft im Rahmensignal ARs
Prioritätsklassen PK
Beeinflussungszonen BeZ
Prioritätslisten OEV Pli
VOEV Priorität VOV
Fahrplanlage Fla
erwartete Ankunftssekunde EAn
Nach Prioritätskennung ohne Einsortierung PrioohnEinsort
Nach Prioritätskennung mit Einsortierung PriomitEinsort
User Definition Usr
kein Kriterium gewählt  
  • Bei der Erstanforderung eines ÖV-Verkehrsstroms wird geprüft, an welcher Stelle der neu angeforderte ÖV-Verkehrsstrom in die Warteschlange einzureihen ist. Die Entscheidung erfolgt in mehreren Stufen in einer frei bestimmbaren Reihenfolge. Anhand des ersten Kriteriums wird geprüft, an welcher Stelle der neu angeforderte ÖV-Verkehrsstrom einzureihen ist. Besteht Gleichwertigkeit mit einem bereits angemeldeten ÖV-Verkehrsstrom, so wird anhand des zweiten Kriteriums weitergeprüft, dann nach dem dritten Kriterium und so weiter. Es wird solange geprüft, bis eine Eindeutigkeit entsteht. Wesentlich dabei ist, dass einmal eingereihte ÖV-Verkehrsströmen nicht mehr umsortiert werden.

Wichtig:

Das Warteschlangenprinzip ohne Umsortierung von bestehenden Einträgen dämpft die Gefahr einer Instabilität bei der Beeinflussung (eingeleitete Beeinflussungen werden zugunsten einer neuen abgebrochen). 

Achtung:

Um in jedem Fall eine Eindeutigkeit in der Reihenfolge zu erzielen, ist zu empfehlen, das Kriterium Prioritätsliste ÖPNV immer in die Kriterienfolge einzutragen. 

  • Ohne Eintrag gilt die Kriterienfolge: PhH, eAn
  • PhH
  • Steht das Signal eines ÖV-Verkehrsstroms und damit der Zustand des Verkehrsstroms im Zeitpunkt der Anforderung bereits auf Grün, so gelten grundsätzlich die allgemein gültigen Regeln von VS-PLUS. Darüber hinaus ist das Halten von Grün abhängig von den folgenden Kriterien:
    • Die Hauptanforderung muss aktiv sein
    • Die erwartete Ankunftssekunde muss innerhalb des Rahmensignals liegen

Achtung:

VS-PLUS prüft, ob die erwartete Ankunftssekunde innerhalb des Rahmensignals liegt und das Rahmensignal-Ende um mindestens tg, min1 später folgt.
Damit wird berücksichtigt, dass auch etwas langsamere Fahrzeuge (langsamer als theoretische Fahrt) das Grün bis zur Abmeldung halten können. 

    • Die erlaubten Grünzeiten dürfen nicht überschritten werden.
    • Es gelten dabei die allgemein gültigen Regeln von VS-PLUS wie Berücksichtigung von Grünzeiten, Rahmensignal tg,min1 und tg,min2 rahmenunabhängig; tg,max1 und tg,max2 rahmenabhängig) und Eingriffsarten.
  • PK
  • Wird das Kriterium Prioritätsklasse berücksichtigt, so werden Verkehrsströme der Prioritätsklasse 3 vor denjenigen der Prioritätsklasse 2 respektive Verkehrsströme der Prioritätsklasse 2 vor denjenigen der Prioritätsklasse 1 eingeordnet.
  • BeZ
  • Vom ersten Detektor respektive Meldepunkt bis zur Abmeldung durchfährt eine ÖPNV in der Regel mehrere Beeinflussungszonen. Das heisst, zuerst wird es bei genügend grosser Anmeldedistanz seine ÖPNV-Phase vorbereiten und später die Hauptanforderung auslösen.
  • Eine feinere Gliederung in 5 Teilzonen kann wie folgt dargestellt werden:

  • Befindet sich ein ÖPNV in einer der Haltelinie nahen Zone, so hat dieses die höhere Priorität.
  • Befinden sich mehrere ÖV-Verkehrsströme in derselben Zone (z.B. zwei konkurrierende ÖPNV haben die Hauptanforderung ausgelöst), so müssen weitere Entscheidungskriterien herangezogen werden.
  • PLi
  • Mit der Prioritätsliste ÖPNV können ÖV-Verkehrsströme in eine Rangfolge gebracht werden (z.B. freie Strecke hat Vorrang vor Haltestelle oder Bahn vor Bus etc.).
  • VOV
  • ÖPNV werden entsprechend der Prioritätsklassifizierung gemäss Vorschrift VOEV berücksichtigt.
  • FLa
  • ÖPNV mit grösserer Verspätung wird zuerst berücksichtigt.
  • eAn
  • Dies bedeutet, dass die ÖPNV entsprechend der theoretischen Fahrzeit (Sollwert) errechneten, oder der korrigierten, erwarteten Ankunftssekunde berücksichtigt werden.
  • PrioohnEinsort
  • Jenes ÖPNV, welches den Wert der Prioritätskennung erreicht hat, wird zuerst berücksichtigt. Der Verkehrsstrom wird aber nicht neu einsortiert.
  • PriomitEinsort
  • Das ÖPNV, welches den Wert der Prioritätskennung erreicht hat, wird zu-erst berücksichtigt. Der Verkehrsstrom wird zu diesem Zeitpunkt neu einsortiert.
  • usr
  • Über die Freie Programmierung kann ein Benutzer selbst definierte Regeln einführen.
  • ARs
  • VS-PLUS bewertet diejenigen ÖPNV höher, bei denen die "erwartete Ankunftssekunde" innerhalb des Rahmensignals der Anforderung liegt, als diejenigen ÖPNV, bei denen die erwartete Ankunftssekunde an den Beginn des folgenden Rahmensignals verschoben wurde ("korrigierte erwartete Ankunftssekunde").

Parameter ÖV-Modul

Der ÖV-Modul beinhaltet drei Funktionen.

Als erstes stellt er die korrekte Entgegennahme von seriellen Funktelegrammen des Typs R09...... (VOEV Vorschriften) sicher. Diese Funktion entspricht der Messwertaufbereitung im Zusammenhang mit seriellen Funktelegrammen.

Als zweites trägt er jede An- und Abmeldung in einen Speicher ein, den eigentlichen ÖV-Modul, und versieht diese mit zusätzlichen Informationen der Steuerung. Diese Informationen können an einen Verkehrsrechner mit BEFA 15 übertragen, auf eine Memory-Card abgespeichert oder vor Ort ausgelesen werden. Spezielle Programme dienen zur verkehrstechnischen Auswertung dieser Informationen.

Als letztes bereitet der ÖV-Modul die An- und Abmeldungen weiter für VS-PLUS auf. Das heisst, der ÖV-Modul erzeugt die Zeitzähler twdet und twvs und stellt diese VS-PLUS zur Verfügung.

Der ÖV-Modul ist in der Lage bis zu 18 Verkehrsströme zu verwalten. Jedem Verkehrsstrom können bis zu 5 Meldepunkte (maximal 4 Anmeldepunkte) und zusätzlich ein Notanmelder zugeordnet werden. Weiter können bis zu 5 Folgezüge zeitlich korrekt erfasst werden. Dies bedeutet, dass an jedem Anmeldepunkt, sowie jedem Verkehrsstrom, 5 Zeitzähler zur richtigen Zeiterfassung von Folgezügen verfügbar sind.

Der ÖV-Modul benötigt sowohl für jeden Meldepunkt als auch für jeden Verkehrsstrom Parameter.

Verkehrsstrom OEV - Linien Parameter

(Linien 1 bis 8)

Bei Verwendung von seriellen Funktelegrammen können An- und Abmeldungen abhängig von ihrer Linien- und Routennummer verschiedenen Verkehrsströmen zugeordnet werden.

Einem Verkehrsstrom im ÖV-Modul können bis zu 8 Kombinationspaare aus Linien- und Routennummer zugeordnet werden.

Bei der Auswertung der Parameter wird wie folgt vorgegangen:

  • Sind sowohl die Parameter Linie 1 und die Route 1 mit dem Wert 0 versorgt, dann erfolgt keinerlei Linien- und Routenauswertung für diese Parametergruppe.
  • Ist nur der Parameter Linie ungleich 0, und der Parameter Route gleich 0 (an der gleichen Stelle (1 bis 8)), dann bewirken alle ÖV- Fahrzeuge mit der angegeben Linie eine An- bzw. Abmeldung, unabhängig davon, welche Routennummer sie besitzen.
  • Ist nur der Parameter Route ungleich 0, und der Parameter Linie gleich 0 (an der gleichen Stelle (1 bis 8)), dann bewirken alle ÖV- Fahrzeuge mit der angegeben Route eine An- bzw. Abmeldung, unabhängig da-von, welche Liniennummer sie besitzen.
  • Ist sowohl der Parameter Linie als auch der Parameter Route ungleich 0 (an der gleichen Stelle (1 bis 8)), dann bewirken nur ÖV- Fahrzeuge eine An- bzw. Abmeldung, wenn sie sowohl mit der Linien- als auch mit der Routennummer übereinstimmen. Die Überprüfung wird beendet, sobald die Linie- und die Route an der gleichen Stelle (1 bis 8) gleich 0 sind. Übermittelt ein ÖV- Fahrzeug keine Linien- und/oder Routennummer, so wird bei der Auswertung die entsprechende Bedingung als erfüllt betrachtet.

Verkehrsstrom Parameter für ÖV-Modul

  • Notanmelder
  • Verzögerungszeit
  • Überholen erlaubt
  • Modifikation Grünende
  • Fahrzeitauswahl
  • Genauigkeit bei der Fahrzeugverfolgung
  • Richtung von Hand

Verkehrsstrom OEV Priorisierungs-Parameter

Zum einen kann erwünscht sein, dass ein ÖV-Verkehrsstrom, welcher verfrüht ist, nicht priorisiert wird. Zum anderen kann es sein, dass ein ÖV-Verkehrsstrom, welcher eine zu grosse Verspätung aufweist, auch nicht mehr zu priorisieren ist. Deshalb wird in einem ersten Schritt unabhängig von feindlichen Anforderungen geprüft, in welcher Art eine Priorisierung gefordert ist. Dieser Entscheid soll durch das Kriterium der Fahrplanlage gefällt werden.

Ein ÖPNV Verkehrsstrom kann im Gegensatz zu den anderen Verkehrsstromtypen in mehreren Prioritätsklassen in der Hauptreihe definiert werden. VS-PLUS prüft im Rahmen der Funktion "Tests Priorisierung" anhand der Fahrplanlage und der festgelegten Grenzen in welcher Prioritätsklasse der ÖPNV Verkehrsstrom zu behandeln ist.

  • Priorisierungsart
  • Fahrplanlage: untere Prioritätsklasse
  • Fahrplanlage: untere Grenze
  • Fahrplanlage: mittlere Prioritätsklasse
  • Fahrplanlage: obere Grenze
  • Fahrplanlage: obere Prioritätsklasse
  • Folgezug: Abstand

Korrespondierender Verkehrsstrom: ÖPNV Zurückhalten

In gewissen Fällen soll ein ÖV-Verkehrsstrom etwas zurückgehalten werden, damit zum Beispiel ein in eine Haltestelle einfahrender Zug dieselbe Phase benutzt, wie der aus der Haltestelle Wegfahrende. In diesem Fall würde man den aus der Haltestelle Abfahrenden in Abhängigkeit des Einfahrenden zurückhalten.

Mit dem Parameter "Zurückhalten" wird zum einen festgelegt, ob ein Verkehrsstrom zurückzuhalten ist. Zum anderen wird die maximal erlaubte Zeitdifferenz zur "erwarteten Ankunftssekunden" der beiden ÖV-Verkehrsströme (z.B. Zug in Haltestelle zu freundlichem Gegenzug aus Strecke) bestimmt.

Dabei ist der massgebende Verkehrsstrom derjenige, welcher ein Zurückhalten bewirken kann. (z.B. Zug aus freier Strecke). Der abhängige Verkehrsstrom ist dann derjenige, welcher zurückgehalten wird (z.B. Zug in Haltestelle).

Mit der maximalen Zeitdifferenz dt wird folgendes bestimmt:

>0      ÖPNV soll zurückgehalten werden
Wert: maximale Zeitdifferenz zur "erwarteten Ankunftssekunde" der Gegenrichtung
¥       ÖPNV wird immer zurückgehalten

Achtung:

Verkettungen können parametriert werden. Ebenso sind gegenseitige Verknüpfungen erlaubt. Die Verkehrsströme werden jedoch höchstens paarweise beeinflusst.

Rahmensignalplan (RSP)

Ein Verkehrsstrom kann als Regelkreis mit Erfassungsgliedern (Detektoren) und Stellgliedern (Signalgruppen) betrachtet werden. Damit das Öffnen und Schliessen der Stellglieder in eine zeitliche Abhängigkeit gebracht werden kann, ist ein Führungssignal erforderlich.

In VS-PLUS wird dieses Führungssignal durch das so genannte Rahmensignal, welches jedem Verkehrsstrom zugeordnet ist, wahrgenommen. Die Summe aller Rahmensignale ergibt den Rahmensignalplan.

Mit dem Rahmensignalplan werden die Freigabebereiche aller Verkehrsströme festgelegt. Jeder Rahmensignalplan enthält für alle Verkehrsströme ein Rahmensignal. Je Verkehrsstrom sind zwei Erlaubnisbereiche je Umlauf möglich (Doppelanwurf).

 

Hinweis:

Hat das Rahmensignal eines ÖV-Verkehrsstroms ein Loch, also ist er nicht durchgehend, kann damit erreicht werden, dass eine feindliche Richtung geschaltet wird. Der Einfluss zwischen der Vorbereitungszeit und des Typs eines Detektors und eines Rahmenloches ist aus der folgenden Tabelle ersichtlich.

Kopfzeile Rahmensignalplan

  • GP
  • Jeder Rahmensignalplan muss im Steuergerät einem Geräteplatz zugeordnet werden. Diese Zuordnung wird mit dem Parameter Geräteplatz Rahmensignalplan vorgenommen.
  • Tu
  • Jedem Rahmensignalplan muss eine Umlaufzeit Tu zugeordnet werden. Diese muss zwingend mit der Umlaufzeit des in der Basis des Steuergerätes zugeordneten Signalzeitenplanes übereinstimmen.
  • Der Parameter selbst wird nicht ins Steuergerät geladen. Er dient an dieser Stelle nur der Darstellung des Rahmensignalplanes.
  • SP Name
  • In der Regel besteht zu jedem Rahmensignalplan ein entsprechenden Signalzeitenplan. Im Feld „SP Name" kann ein Verweis auf den entsprechenden Signalzeitenplan gemacht werden. Damit werden auch die zugehörigen Schaltpunkte EZP, AZP und GSP angezeigt.Mit der Funktion „rechte Maustaste: Berechnung Rahmensignalplan" kann eine Vorbelegung des Rahmensignalplanes, basierend auf dem zugeordneten Signalzeitenplan, erzeugt werden.
  • Beginn Vorbereitung
  • Der Bereich zwischen Beginn Vorbereitung und Beginn Anmeldung gilt als Vorbereitungsbereich. In diesem Bereich kann der betreffende Verkehrsstrom bei einer Anmeldung eines OEV Verkehrsstroms vorgezogen werden. Das heisst, er kann erstens die Verlängerung von Verkehrsströmen, die parallel zum OEV Verkehrsstrom Grün haben, frühzeitig beenden. Zudem erhält er zweitens vor dem im Normalfall gültigen Beginn Anmeldung Grün.
  • Voraussetzung dafür ist, dass der OEV Verkehrsstrom mit der Detektorfunktion VWxx angefordert ist.
  • Beginn Anmeldung
  • Der Bereich zwischen Beginn Anmeldung und Beginn Verlängerung gilt als Anmeldebereich.
  • In diesem Bereich geschieht zum einen eine Anforderung zur Anmeldung, so dass der betreffende Verkehrsstrom in der Bildzusammenstellung berücksichtigt wird, zum anderen erfolgt die Erteilung des Grünbefehles und damit der Start des Phasenüberganges.
  • Ausnahmen sind nur dann gegeben, wenn sich der Verkehrsstrom in der Stufe 2 befindet oder auf Koordinationskennung weich gestellt ist.
  • Beginn Verlängerung
  • Der Bereich zwischen Beginn Verlängerung und Rahmenende gilt als Verlängerungsbereich.
  • In diesem Bereich muss der Verkehrsstrom bereits seinen Einschaltbefehl erhalten haben. Wenn er auf Grün steht kann er bemessen.
  • Voraussetzung ist, dass Verkehr vorhanden ist und die maximalen Grünzeiten eingehalten sind. Verkehrsströme mit höheren Eingriffsarten können das Grün vor dem Rahmenende abbrechen.
  • Zeiger Rahmensignal
  • VS-PLUS kann mit bis zu sechs Hauptverkehrsströmen arbeiten, welche den sechs Prioritätselementen zugeordnet sind. In der Regel bleibt der Hauptzeiger eines Prioritätselementes solange auf dem Hauptstrom stehen, bis dieser Grün erhält. Mit der rangabhängigen Zeigerverzögerung kann der Hauptzeiger bei Verlängerung noch im Grün gehalten werden.
  • Bei strukturierten Rahmensignalplänen kann es nötig sein, dass der Hauptzeiger auch ohne Verlängerung bis zu einer bestimmten Umlaufsekunde gehalten wird. Diese Möglichkeit ist mit dem Zeiger Rahmensignalplan gegeben.
  • Liegt der Zeiger Rahmensignal nicht auf dem Beginn des Bereiches Beginn Anmeldung, so bleibt der Hauptzeiger auf Grün des Verkehrsstroms bis zu der Umlaufsekunde gemäss Zeiger Rahmensignal stehen. Dies ist auch dann der Fall, wenn der betreffende Verkehrsstrom ausserhalb des Rahmensignals Grün erhält.

Achtung:

Der Zeiger Rahmensignal muss im Bereich zwischen Bereich Beginn Anmeldung und dem Rahmenende liegen. Liegt der Zeiger ausserhalb dieses Bereiches, so kann dies zu "Hängern" führen!

  • Rahmenende
  • Das Rahmenende beendet den Zeitbereich in dem ein Verkehrsstrom einschalten oder bemessen kann. Nach dem Rahmenende kann der Verkehrsstrom jederzeit auf Rot geschaltet werden.
  • Voraussetzung für das Ausschalten ist allerdings, dass die minimale Grünzeit tg, min2 erreicht wurde.

Bildparameter, rangabhängig (BPR)

Bildsteuerung

Eigenschaften:

  • Prioritätswert
  • Abarbeitungsreihenfolge
  • Umlaufende nach Prioelement
  • Umlaufende nach Rang

Der Zuschlag des Prioritätswertes kann für jedes Prioritätselement einzeln eingestellt werden.

Mit der Abarbeitungsreihenfolge werden die einzelnen Prioritätselemente für die Bearbeitung in der Bildzusammenstellung geordnet.

VS-PLUS stellt mit einer internen Kennung fest, ob ein Verkehrsstrom innerhalb eines Umlaufs, bezogen auf die Abarbeitung der Hauptreihe, einmal Grün gehabt hat. Sobald eine solche interne Kennung gesetzt ist, hängt ein erneutes Grün vom Parameter der Wiederholungskennung ab.

Nach einem Umlauf, bezogen auf die Abarbeitung der Hauptreihe, müssen diese internen Kennungen gelöscht werden, womit ein neuer Umlauf beginnen kann.

Pro Prioritätselement kann nun ein Umlaufende definiert werden. Bei jedem Umlaufende werden alle internen Kennungen gelöscht.

Hinweis:

Neben der genannten Möglichkeit zur Löschung der internen Kennung besteht als weitere Möglichkeit, sie in Abhängigkeit eines Zeitpunkts während des Umlaufes zu löschen. Zur Einstellung des Zeitpunktes dient der Parameter "UE" im Parameterfeld "Programmdefinition".

Hauptreihe Klasse:

  • PK Hauptstrom
  • Jede Prioritätsklasse hat ihre eigen Hauptreihenfolge. Der Hauptzeiger folgt im Normalfall (Standardeinstellung von Globalkennung Bestimmung Prinzip Hauptreihe = HRZ) dieser Hauptreihe zyklisch. Das heisst, die Bilder werden zyklisch verkehrsstromweise gemäss der Tabelle Hauptreihenfolge aufgebaut.

Hinweise:

    • Grundsätzlich werden alle Verkehrsströme, die sich nicht in einer Hauptreihe befinden der Klasse 1 zugeordnet. Wird bei einem ÖV-Verkehrsstrom in die Klasse 0 eingeteilt, bleibt er in dieser und wird nicht in die Klasse 1 eingeordnet.
    • Der Zeiger bleibt auf Verkehrsströmen stehen, welche am Einschalten (Zustand 9) sind, wenn dies der Rahmen und die Koordinationskennung erlaubt respektive sich der Verkehrsstrom in der Stufe 2 befindet.

Achtung:

Zum jeweiligen Rang wird der entsprechende Verkehrsstrom eingetragen. Jeder Verkehrsstrom darf als Hauptstrom nur in einer Prioritätsklasse vorkommen. Wiederholungen innerhalb einer Prioritätsklasse hingegen sind erlaubt.
Eine Ausnahme bilden Verkehrsströme des Typs ÖPNV, wenn diese mit dem so genannten Priorisierungs-Modul bearbeitet werden.

  • Zeigerverzögerung
  • Der Freiheitsgrad, mit welchem ein Zuschalten von freundlichen Verkehrsströmen während einer Phase (Zeiger steht auf einem bestimmten Rang) erlaubt ist, wird mit der Zeigerverzögerung gesteuert. Solange ein Hauptzeiger auf einen Rang fixiert ist, solange ist auch die entsprechende Nebenreihenfolge aktiv.
  • Der Hauptzeiger kann auf jedem Rang gehalten werden. Die Zeigerverzögerung ist während Grün aktiv, sofern das Verlängerungskriterium erfüllt ist. Der Hauptzeiger geht erst nach Erreichen des Vergleichswertes der Zeigerverzögerung zum nächsten Rang.

Hinweise:

    • Der Zeiger bleibt auf Verkehrsströmen stehen, welche am Einschalten (Zustand 9) sind, wenn dies der Rahmen und die Koordinationskennung erlaubt respektive sich der Verkehrsstrom in der Stufe 2 befindet.
    • Wenn die Fahrzeit eines ÖV-Verkehrsstroms über ein Rahmensignal geht, das von der Fahrzeit nicht verwendet werden kann, geht der Zeiger erst beim "richtigen", Rahmensignal auf den Verkehrsstrom.

  • Nebenstrom mit Anmeldung
  • (1. Nebenstrom bis 24. Nebenstrom mit Anmeldung)
  • Zu jedem Rang der Hauptreihenfolge kann eine Reihe von Nebenströmen definiert werden, welche dann angewählt werden, wenn der Hauptzeiger auf den betreffenden Hauptstrom zeigt. Jede Prioritätsklasse hat eine eigne Nebenreihe. Nebenströme "mit Anmeldung" werden nur bei Anmeldung berücksichtigt.

Hinweise:

Weitere Möglichkeit zur Bestimmung der Nebenreihe beim Parameter siehe auch unter Nebenreihe wie Hauptreihe.

Achtung:

Bei den Nebenströmen mit Anmeldung sind Verkehrsströme anderer Prioritätsklassen erlaubt. Die Verkehrsströme der Nebenströme mit Anmeldung können zueinander feindlich sein. Sie dürfen jedoch nicht zum Hauptstrom feindlich sein!

Bildparameter MBB

Ist in der Globalkennung HR für ein Programm die Schrittlogik gewählt, können zusätzliche Parameter für die Bildzusammenstellung eingestellt werden. Es kann für jeden Nebenstrom mit Anmeldung eine spezielle Zuschaltzeit und eine Rotkennung definiert werden.

Anhand des Prioritätselements, des Ranges in der Hauptreihe und des Verkehrsstroms wird definiert, für welchen Nebenstrom mit Anmeldung die Parameter gelten. Solange der Zeiger auf diesem Hauptstrom steht, werden die Zuschaltzeit und die Rotkennung angewendet.

  • Zuschaltzeit
  • Die Zuschaltzeit definiert, wie lange ein Nebenstrom mit Anmeldung zu seinem Hauptstrom dazu geschaltet werden kann. Standardmässig ist die Zuschaltzeit auf ¥ (MaxInt) und muss nicht parametriert werden.
  • Rotkennung (Teile 1 bis 4)
  • Die globale Rotkennung kann mit diesem Parameter übersteuert werden. Die Funktionsweise entspricht auch der globalen Rotkennung.
  • Prioritätselement
  • Anzugeben ist die Nummer des Prioritätselementes, für welches die zusätzlichen Parameter gelten.
  • Rang in der Hauptreihe
  • Anzugeben ist der Rang in der Hauptreihe, für welchen die zusätzlichen Parameter gelten.
  • Verkehrsstrom
  • Anzugeben ist der Verkehrsstrom, für welchen die zusätzlichen Parameter gelten.
  • Zuschaltzeit
  • Die Zuschaltzeit definiert wie lange ein Nebenstrom mit Anmeldung noch zu seinem Hauptstrom dazu geschaltet werden kann.

Bildparameter, verkehrsabhängig (BPV)

Nebenreihe wie Hauptreihe

  • Nebenströme mit Anmeldung wie Hauptreihe
  • Bei den rangabhängigen Bildparametern können rangabhängige Nebenreihen für Nebenströme mit Anmeldung definiert werden. Dabei kann jedem Rang, das heisst jedem Hauptstrom, eine eigene Nebenreihe zugeordnet werden. Dieser Ansatz ist vor allem bei starken Belastungen sinnvoll, da die Definition von Phasen einen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit haben kann (Zwischenzeiten).
  • Bei schwachem Verkehr ist jedoch eine hohe Flexibilität gefordert. Zu jedem Hauptstrom sollten alle Kombinationen, die aufgrund der Feindlichkeitsmatrix zulässig sind, ermöglicht werden. Um diese Definition zu erleichtern stellt VS-PLUS den Parameter Rangierung Nebenströme mit Anmeldung zur Verfügung. Damit kann eine Nebenreihe definiert werden, die für alle Ränge gültig ist.
  • Standardmässig wird diese Nebenreihe entsprechend der Hauptreihe aufgebaut. Dabei können jedoch Verkehrsströme, die in der Nebenreihe unerwünscht sind weggelassen werden. Einzugeben ist die Reihenfolge, in welcher die Nebenströme zu berücksichtigen sind.

Hinweise:

Die Aktivierung der Nebenreihe wie Hauptreihe erfolgt mit dem Parameter Globalkennung Bestimmung Prinzip Nebenreihe in Parameterfeld "Programmdefinition". Die Nebenreihe wie Hauptreihe kann dort anstelle der Nebenreihen gemäss den Bildparametern rangabhängig aktiviert werden.

Achtung:

Nicht alle Verkehrsströme müssen in der Tabelle enthalten sein, sie dürfen weggelassen werden. Jeder Verkehrsstrom, unabhängig der Prioritätsklasse, darf jedoch nur einmal ein-getragen werden. Diese definierte Nebenreihe darf auch feindliche Verkehrsströme zum Hauptstrom enthalten. Diese werden bei der Bearbeitung ignoriert.

Obligatorische Nebenströme

Jedem Verkehrsstrom können obligatorische zugeordnet werden. Sie erhalten obligatorisch mit dem bestimmenden Verkehrsstrom Grün.

Obligatorische Verkehrsströme sind nur dann zu definieren, wenn ein Verkehrsstrom mit mehreren Anzeigeelementen zu steuern ist und diese Anzeigeelemente nicht dieselben Zwischenzeiten, jedoch dieselben Feindlichkeiten, aufweisen.

Achtung:

Obligatorische Verkehrsströme müssen dieselben Feindlichkeiten gemäss Feindlichkeitsliste haben, wie deren Hauptströme. Obligatorische Nebenströme erhalten unbedingt Grün.

!! Es finden keine Prüfungen statt!!

Beispiel: obligatorischer Nebenstrom

Nebenströme ohne Anmeldung

1. Nebenstrom bis 20. Nebenstrom ohne Anmeldung

Die Bildzusammenstellung von VS-PLUS berücksichtigt zuerst die Hauptströme. Dann werden die Nebenströme mit Anmeldungen behandelt.

Wenn nun VS-PLUS im Sinne einer Phasensteuerung arbeiten soll und bei einer Anmeldung eines Hauptstromes eine ganze Phase anzusteuern ist, auch wenn die dazu gehörenden Nebenströme nicht angemeldet sind, so können mit den Nebenströmen ohne Anmeldung weitere Verkehrsströme zu einem massgebenden dazu geschaltet werden.

Zu jedem Verkehrsstrom kann eine Reihe von Nebenströmen definiert werden. Sie erhalten nur Grün, wenn der massgebende Verkehrsstrom auch Grün erhält. Nebenströme ohne Anmeldung werden auch ohne Anmeldung berücksichtigt. Sie werden jedoch nach den Nebenströmen "mit Anmeldung" berücksichtigt und müssen zum gesamten Bild passen.

Hinweis:

    • Nebenströme ohne Anmeldung werden auch im Vorziehbereich geschaltet, wenn ihr Status auf Vorziehen ist und der Rahmenplan mit der Koordinationskennung übereinstimmt.
    • Für Fussgänger im speziellen kann mit dem Parameter GG: Globalkennung Gratisgrün für Fussgänger im Parameterfeld Programmdefinition angegeben werden, ob diese sogenanntes Gratisgrün, das heisst Grün ohne Anmeldung, erhalten sollen. Mit GG = ja erhalten auch die Fussgänger ihr "Gratisgrün". Mit GG = nein werden die Fussgänger nur mit Anmeldung auf Grün geschaltet.

Achtung:

Nebenströme ohne Anmeldung erhalten also nach den Verkehrsströmen mit Anmeldung bedingt Grün. Der Einschaltbefehl für einen Nebenstrom ohne Anmeldung wird nur bis zum Mindestgrün 1 (tg, min1) des massgebenden Verkehrsstroms gegeben.

Phasenübergänge (PhUe)

Diagonal-Grünpfeil

Mit den Definitionen "Diagonalpfeil" wird die Umschaltung zwischen Pfeil und Schutzblinker in Abhängigkeit feindlicher Anzeigeelemente gesteuert. Dabei ist das massgebende Anzeigeelement das Hauptanzeigeelement des Verkehrsstroms mit zugeordnetem Pfeil und Blinker.

Achtung:

VS-PLUS bestimmt die feindlichen Anzeigeelemente aus der Zwischenzeitenmatrix des Diagonalgrünpfeils.

Pfeil und Blinker werden nur eingeschaltet, wenn das massgebende Anzeigeelement einschaltet oder Grün zeigt. Das Pfeilsignal ist solange eingeschaltet, wie alle feindlichen Anzeigeelemente des Pfeils Rot zeigen. Bei Grün eines feindlichen Anzeigeelementes schaltet der Blinker ein. Umschaltungen werden anhand der Zwischen- und Versatzzeiten berechnet. Die Zwischenzeiten sowie Beginn- und Endversätze (z.B. Vor- oder Nachblinken) werden für die entsprechenden Anzeigeelemente normal definiert.

Achtung:

Die Ein- und Umschaltungen erfolgen ohne Verkehrsabhängigkeit. Für verkehrsabhängige Vor- oder Nachläufe, die mit Diagonalgrün zu steuern sind, müssen spezielle Verkehrsströme vorgesehen werden.

  • massgebendes Anzeigeelement
  • Das massgebende Anzeigeelement steuert die Einschaltung des Pfeifsignals oder Blinkers. Diese werden erst eingeschaltet, wenn das massgebende Anzeigeelement einschaltet oder Grün zeigt. Schaltet das massgebende Anzeigeelement auf Rot, so werden auch das Pfeilsignal oder der Blinker ausgeschaltet.
  • Anzeigeelement Diagonalgrünpfeil
  • Einzutragen ist die ID Nummer des zum Pfeilsignal gehörenden Anzeigeelementes.
  • Anzeigeelement Schutzblinker
  • Einzutragen ist die ID Nummer des zum Blinker gehörenden Anzeigeelementes.

Zwischenzeitenmatrix (verkehrstechnisch)

Als Zwischenzeiten gelten die Zeiten zwischen Grünende eines Anzeigeelementes und Grünbeginn eines Feindlichen.

VS-PLUS berechnet Phasenübergänge auf Basis der Anzeigeelemente anhand der Zwischen- und Versatzzeiten. Bei der Berechnung eines Phasenüberganges versucht VS-PLUS die neu einzuschaltenden Anzeigeelemente so bald wie möglich einzuschalten.

Muss ein Anzeigeelement infolge kleinerer Zwischenzeiten nicht unmittelbar abgeschaltet werden, so wird ihm dieses Zusatzgrün im Phasenübergang gegeben. Ausnahme sind Anzeigeelemente vom Typ "ohne Optimierung".

Dazu verlangt VS-PLUS eine Zwischenzeitenmatrix. Die in der Zwischenzeitenmatrix eingetragenen Zwischenzeiten können dabei grösser sein, als die in der Basis des Steuergerätes versorgten.

Achtung:

Erkennt VS-PLUS im Phasenübergang, dass zwei feindliche Anzeigeelemente auf Grün geschaltet werden sollen, wird nur dasjenige geschaltet, das im Bearbeitungsprozess zuerst kommt. Das feindliche Anzeigeelemente wird unterdrückt. Da dieser Fall nur bei einer fehlerhaften Parametrierung auftreten kann, wird eine Fehlermeldung abgesetzt, um auf das Problem aufmerksam zu machen.

VS-PLUS ist in der Lage, mit zwei verschiedenen Zwischenzeiten Matrizen in einem Datensatz zu arbeiten. Grundsätzlich verwendet VS-PLUS die Werte die in der Matrix Zwischenzeit verkehrstechnisch (VS-PLUS) definiert sind.

Bei ÖV-Verkehrsströmen kann aber mit einer kürzeren Zwischenzeit gearbeitet werden. Stellt VS-PLUS fest, dass ein ÖV-Verkehrsstrom sich korrekt über den Abmelder abgemeldet hat, so wird die kürzere Zwischenzeit verwendet. Erfolgte die Abmeldung über die Zwangsabmeldung wird mit der verkehrstechnischen Zwischenzeit gearbeitet. Mit der ‚Globalkennung Zwischenzeit‘ kann nun gewählt werden ob diese Funktionalität aktiviert werden soll.

Zznormal Keine verkürzte Zwischenzeit verwenden.
Zzverkürzt Verkürzte Zwischenzeit verwenden.

Sicherheitstechnisch kann die Zwischenzeit, die im Steuergerät versorgt ist, nicht unterschritten werden. Wenn also VS-PLUS eine ‚verkürzte‘ Zwischenzeit schalte ist dies die Zeit die in der Basis des Gerätes versorgt ist. Die verkehrstechnische Zwischenzeit muss also entsprechend grösser sein, damit eine Verkürzung erzielt wird.

Wenn die Funktionalität in der Simulation getestet werden soll, muss eine zweite Zwischenzeit Matrix (Zwischenzeit Standard) erstellt werden. Diese muss die Geräte-Zwischenzeiten enthalten. Diese Werte werden dann in der Simulation als ‚verkürzte‘ Zwischenzeiten verwendet.

3.7.3 Versatzzeitenmatrizen (verkehrstechnisch)

VS-PLUS berechnet Phasenübergänge auf Basis der Anzeigeelemente anhand der Zwischen- und Versatzzeiten.

Damit ein Versatz gemäss Versatzzeitenmatrix gesteuert wird, ist es Bedingung, dass die entsprechenden Verkehrsströme einen Ein- respektive Ausschaltbefehl aus der VS-PLUS-Steuerungslogik erhalten.

Die Eingabe der Versatzzeiten kann symmetrisch oder asymmetrisch erfolgen.

Bei einer symmetrischen Eingabe werden die angegebenen Versätze exakt eingehalten (fester Versatz). Bei einer asymmetrischen Eingabe dürfen die Versätze, bedingt durch die Zwischenzeiten, grösser werden. Das heisst zum Beispiel, ein Fussgänger darf bei einem Beginnversatz zu einem parallelen Motorfahrzeugverkehr auch früher auf Grün geschaltet werden, wenn seine Zwischenzeiten kleiner sind als diejenigen vom parallelen Motorfahrzeugverkehr. Andererseits darf ein Nachlauf auch grösser werden als in der Versatzzeitenmatrix angegeben.

Ein Anzeigeelement wird dann eingeschaltet, wenn die folgende Gleichung erfüllt ist:

  • Tein(abh) Tein(massg) + Versatzzeit(massg;abh)

respektive

  • Taus(abh) Taus(massg) + Versatzzeit(massg;abh)

Achtung:

Mit Versätzen werden keine Verriegelung definiert. Wenn durch VS-PLUS nach Grünbeginn eines massgebenden Anzeigeelementes ein Einbefehl an ein abhängiges Anzeigeelement erteilt wird, dann schaltet das Abhängige dennoch ein. Ist dies verkehrstechnisch nicht erlaubt, so muss zusätzlich eine Verriegelung definiert werden.

  • Versatzzeitenmatrix Beginn
  • Das massgebende Anzeigeelement macht, was es will. Das abhängige wird bei einem gleichzeitigen Einbefehl abhängig vom massgebenden eingeschaltet.
  • Zum Beispiel ist bei einem Vorlauf für Fussgänger der Fussgänger der massgebende und der Motorfahrzeugverkehr der abhängige. Das heisst, wenn der Fussgänger auf Grün schaltet, dann darf der parallele Motorfahrzeugverkehr nicht früher, als durch den Versatzbeginn angegeben, auf Grün kommen.
  • Versatzzeitenmatrix Ende
  • Das massgebende Anzeigeelement macht, was es will. Das abhängige wird bei einem gleichzeitigen Ausbefehl abhängig vom massgebenden ausgeschaltet.

3.8 Parametersatz-Definition

Formulare:

  • Parametersatzdefinition: Detektorparameter
  • Parameterdefinition: Verkehrsstromparameter
  • Parameterdefinition: ÖV-Parameter ÖV-Modul
  • Parameterdefinition: Rahmensignalplan
  • Parameterdefinition: Bildparameter rangabhängig
  • Parameterdefinition: Bildparameter verkehrsstromabhängig
  • Parametersatzdefinition: Parameter Phasenübergang

In der VS-WorkSuite bilden die sogenannten Objektklassen oder Formulare eine Grundeinheit. Das Steuerungsverfahren VS-PLUS andererseits kennt die sogenannten Parametersätze:

  • Detektorparameter
  • Verkehrsstromparameter
  • Bildparameter
  • Parameter "ÖV-Speicher"
  • Parameter "Phasenübergang"

Für den Export, das heisst die Transformation der VS-PLUS Parameter aus Benutzersicht (Sicht VS-WorkSuite) in die Sicht des Steuerverfahrens, müssen die Formulare zu Parametersätzen zusammengefasst werden. Diese Zuordnung erfolgt in der Datensatzdefinition. Darüber hinaus muss jedem Datensatz ein Geräteplatz zugeordnet werden.

VS-PLUS Programmdefinition

  • Programmnummer
    • Programmnummer Steuergerät
  • Rahmensignalplan
    • Rahmensignalplan Z
  • Zuordnung Parametersätze:
    • Parametersatz Detektorparameter
    • Parametersatz Verkehrsstromparameter
    • Parametersatz Öffentlicher Verkehr
    • Parametersatz Bildparameter rangabhängig
    • Parametersatz Bildparameter verkehrsstromabhängig
    • Parametersatz Phasenübergang
  • Bestimmung Globalkennungen:
    • Globalkennung Zwischenzeit
    • Globalkennung Rahmensignalplan
    • Globalkennung Ruhebild Teilknoten 1
    • Globalkennung Ruhebild Teilknoten 2
    • Globalkennung Ruhebild Teilknoten 3
    • Globalkennung Koordinationsart Hauptstrom
    • Globalkennung Koordinationsart Nebenstrom MIT
    • Globalkennung Koordinationsart Nebenstrom OHNE
    • Globalkennung Bestimmung Prinzip Hauptreihe
    • Globalkennung Bestimmung Prinzip Nebenreihe
    • Globalkennung Umlaufende
    • Globalkennung Gratisgrün für Fussgänger

Ein Steuergerät kann mehrere Programme, beispielsweise zeitabhängig oder durch Befehle eines Verkehrsrechners, schalten. Im Steuergerät muss festgelegt werden, welche Parametersätze respektive welcher Rahmensignalplan einem Programm zugeordnet sind. Damit wird letztlich definiert, mit welchem Parameter die Steuerung in einem bestimmten Programm arbeiten muss.

In der VS-WorkSuite müssen dazu zuerst die Programme festgelegt und anschliessend die Parametersätze im Formular VS-PLUS Programmdefinitionen zugeordnet werden.

Darüber hinaus stellt VS-PLUS einige Globalkennungen zur Verfügung. Globalkennungen sind Parameter, die einem Programm zugeordnet wurden und generelle Steuerungsfunktionen festlegen. So kann zum Beispiel festgelegt werden, ob VS-PLUS Verkehrsabhängig oder in Festzeit arbeiten soll, oder ob die Grundstellung in "alles Rot" oder in ein bestimmten Ruhebild schalten soll.

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