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Wir haben nun auf vielen Seiten erfahren, wie sich eine Verkehrskreuzung dynamisch regeln lässt, ohne dass vorgeschriebene Zykluszeiten starre Randbedingungen für die Steuerung sind. Wir haben gesehen, dass die ausschliesslich dynamische Regelung gegenüber der zyklisch anpassungsfähigen eine Halbierung der Wartezeiten von bevorzugten, einzeln auftretenden Verkehrsteilnehmern bringen kann und dabei die durchschnittliche Wartezeit anderer Spuren nur unwesentlich beeinflusst. Die Verkürzung des Zeithorizontes bringt dann eine Verschlechterung der Wartezeiten der Trams, wenn die Detektoren näher an der Kreuzung liegen, und somit eine kürzere verbleibende Fahrzeit bis zum Haltepunkt bewirken, als die längste Zwischenzeit anderer Phasen bezüglich der angeforderten Phase dauert.
Zur Realisierung einer solchen Regelung sind drei technische Voraussetzungen notwendig:
Ebenso wichtig wie die Regelung selbst ist die Aufbereitung der Messdaten aus den Detektoren, um einerseits unplausible Daten zu erkennen und andererseits die Information für den Regler verständlich zu machen.
Nur am Rande angetönt worden ist die Notwendigkeit, Kreuzungen in Städten untereinander zu Netzwerken zu koppeln. Entweder steigt dabei der Rechenaufwand mit der Komplexität des betrachteten Systems so an, als ob die Kreuzungen zusammen eine einzige Kreuzung bildeten, oder man beschränkt sich auf einige wenige Kopplungsmechanismen zwischen eigenständigen Kreuzungen. Dies führt aber zu einer Einbusse bezüglich eines theoretischen Optimums der Zielfunktion; da das Verhalten der Verkehrsteilnehmer auf der Fahrt zwischen entfernten Kreuzungen jedoch sehr unsicher ist, kann auch bei perfekter Verschmelzung aller Regler dieses theoretische Optimum nicht erreicht werden. Deshalb ist die Vereinfachung zu einer Kopplung eigenständiger Regler gerechtfertigt.
Es ist ein Weg gezeigt worden, systematisch die Regelung einer Verkehrskreuzung nach mathematischen Gesichtspunkten zu entwerfen. Es ist auch gezeigt worden, wie Beobachter und Regler als Programm aufgebaut werden können und dass mit einem solchen Programm bessere Resultate bezüglich der Wartezeit von Trams und etwa gleich gute für Autos erzielt werden können.
Es ist ein stetes Streben der Menschen, sich das Leben so angenehm wie möglich einzurichten. Dazu haben wir die Gabe verliehen bekommen, Hilfsmittel zu erfinden, die wir zu unserem Vorteil nutzen können. Doch nutzen wir sie immer zu unser aller Vorteil? Nie hat man im Moment des Erfindens voraussehen können, wie das Neue sich in das Bestehende fügen wird. Es hat die Erfindung des Automobils zu Problemen geführt, die damals nicht absehbar waren. Und so mag man sich heute angesichts überbordenden Verkehrs die bange Frage stellen: wer bannt die Geister, die ich rief?
Kein Meister kommt, um uns von unbeirrbaren Geistern zu befreien. Kein Meister kommt, um die von uns erschaffenen Wesen in ihre Schranken zu weisen. Allein sind wir mit dem Wagemut gelassen, mit den dienstbaren und auch den unliebsamen Geistern.
Hat da nicht jemand gefragt: wer regelt die Geister, die ich rief? Wir haben versucht, dem Zauberlehrling zu helfen.